Informationen für Einsender

Hier finden Sie Informationen zu folgenden Themen:

  • Probeneinsendung und FAQ
  • Diagnostik- und Behandlungszentren
  • Abrechnung der Screening-Untersuchung
  • Screening-ID
  • Mukoviszidose-Screening
  • Dokumente für die Durchführung des Neugeborenen-Screenings

Sie befinden sich hier:

Notfall-Hotline

Das Neugeborenen-Screeninglabor Berlin-Brandenburg bietet eine 24-stündige Erreichbarkeit von Hormonspezialisten und Stoffwechselexperten zu Fragen des Neugeborenen-Screenings und der jeweiligen Erkrankungen.

Entsprechend der Screening-Richtlinie müssen die jeweiligen Spezialisten und Spezialistinnen bei allen durch das Neugeborenen-Screening entdeckten Patienten hinzugezogen werden.

 +49 30 450 566 128 oder

 +49 30 450 566 455

Bitte geben Sie an, welchen Spezialisten Sie für welche Erkrankung benötigen.

Bitte hinterlassen Sie eine Rufnummer, unter der Sie in der nächsten Zeit erreichbar sind.

Sie werden dann zurückgerufen.

Kurzinformation zum Neugeborenen-Stoffwechselscreening

Probeneinsendung

Der optimale Zeitpunkt zur Blutentnahme ist in der Regel die 36. bis 72. Lebensstunde des Neugeborenen.

Bei sehr unreifen Frühgeborenen sollte ein Zweitscreening im korrigierten Alter von 32 Gestationswochen abgenommen werden. Geeignet sind: Kapillarblut (aus der Ferse direkt auf die Testkarte), Venenblut, jedoch nicht aus liegenden intravasalen Zugängen.

Für die Testkarte werden mindestens 5 Tropfen Blut, welche die Kreise auf der Vorder- und Rückseite möglichst in einem Zug durchtränken, benötigt. Nach Möglichkeit sollen alle Kreise mit Blut getränkt werden.
Bitte füllen Sie alle Datenfelder auf der Testkarte aus.

Wird vor Klinikentlassung keine Blutprobe für das Screening entnommen, soll laut Kinder-Richtlinie eine Leerkarte (ohne Blut) mit den Daten des Kindes und Angaben des Einsenders an das Labor geschickt werden.

Der Versand erfolgt bei ambulanter Abnahme per Freiumschlag.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) und die dazugehörigen Antworten

Muss der Arzt für die Aufklärung zum Mukoviszidose-Screening über eine besondere Qualifikation verfügen?

Nein!

*Jeder* approbierte Arzt kann im Mukoviszidose-Screening die Aufklärung übernehmen. Hierfür ist keine weitere Qualifikation oder eine spezielle Facharztausbildung erforderlich.

Delegation der Blutentnahme an Hebammen?

Prinzipiell kann die Blutentnahme an eine qualifizierte Fachkraft (z.B. Hebamme) delegiert werden. Damit die Hebamme alle gesetzlich empfohlenen Screeninguntersuchungen (inkl. Mukoviszidose) abnehmen kann, muss jedoch vorab eine ärztliche Aufklärung und Einwilligung erfolgt sein. Bitte geben sie den Eltern eine Kopie der Einwilligungserklärung mit, wenn geplant ist die Probe durch eine Hebamme abnehmen zu lassen.

Während für das erweiterte Neugeborenenscreening der Leiter des Screeningslabors pauschal als verantwortlich ärztliche Person nach dem GenDG zur Verfügung steht und pauschal die Hebammen mit der Abnahme beauftragt, kann diese Regelung nicht direkt auf das Mukoviszidosescreening übertragen werden (weil 4 Wochen Zeit).

Die Abnahme des Neugeborenenscreenings wurde abgelehnt oder das Kind ist verstorben. Muss in diesen Fällen eine Leerkarte an das Labor gesendet weren?

Ja!

Laut Kinderrichtlinie § 21 (6) muss die Ablehnung des Screenings oder der Tod des Neugeborenen vor einer möglichen ersten Blutentnahme nach § 20 auf leeren (ohne Blut) Filterpapierkarten dokumentiert und an das Screeninglabor gesendet werden.

Bitte füllen Sie auch in diesen Fällen alle Felder der Screeningkarte aus. 

Es erfolgt eine Entlassung vor der 36. Lebensstunde. Probe abnehmen oder nicht?

Der optimale Entnahmezeitpunkt ist das Alter von 36 bis 48 Lebensstunden.

Bei Entlassung vor vollendeten 36 Lebensstunden oder Verlegung soll eine erste Probe entnommen werden. Ein früherer Untersuchungszeitpunkt als 36 Lebensstunden erhöht das Risiko von falsch-negativen und falsch-positiven Befunden.

Bei Entlassung vor 36 Lebensstunden müssen die Eltern (Personensorgeberechtigten) daher über die Notwendigkeit einer termingerechten zweiten Laboruntersuchung informiert werden.

Warum wird ein Geburtenbuchtracking (Abfrage fehlender Geburtenbuchnummern) durchgeführt?

Das Neugeborenenscreening als Public Health Maßnahme soll allen in Deutschland geborenen Kindern zu Gute kommen.
Mit dem Ziel eine Vollständigkeit zu überprüfen wurde in der Kinderrichtlinie folgende Regelung aufgenommen: nach § 21 (6) sollen die Geburtshilflichen Einrichtungen auch bei Ablehnung oder Tod des Neugeborenen eine Leerkarte an das Labor senden.

Um sicher zu stellen, dass das Screening allen Neugeborenen angeboten wird, ist ein Tracking auf Vollständigkeit notwendig. Dies kann für Kinder, die in Geburtshilflichen Einrichtungen geboren werden; durch die Kontrolle der fortlaufenden Geburtenbuchnummern im Screeninglabor erfolgen.

Ich bin Hebamme und betreue Neugeborene aus anderen Bundesländern. Kann ich die Probe trotzdem an das Screening-Labor Berlin-Brandenburg senden?

Ja!

Diagnostik- und Behandlungszentren

Damit eine umgehende Therapieeinleitung im Krankheitsfall ermöglicht werden kann, stehen folgende Kliniken in Berlin und Brandenburg zur Verfügung:

Berlin: Diagnostik- und Behandlungszentren für die Erkrankungen des Neugeborenenscreening

  Hormonstörungen (Hypothyreose,AGS) Stoffwechselstörungen Mukoviszidose Kontakt
Charité, CVK JA JA JA Augustenburger Platz 1 13353 Berlin
Tel. +49 30 450 566 128
Sana Klinikum Lichtenberg JA NEIN JA Fanningerstr. 32
10365 Berlin
Tel. +49 30 5518 5272
Helios Klinikum Berlin-Buch NEIN NEIN JA Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Tel. +49 30 940114435 und 940114577
Behring-Klinikum Zehlendorf NEIN NEIN JA Walterhöferstr. 11
14165 Berlin
Tel. +49 30 8102 1175

Brandenburg: Diagnostik- und Behandlungszentren für die Erkrankungen des Neugeborenenscreening

  Hormonstörungen (Hypothyreose,AGS) Stoffwechselstörungen Mukoviszidose Kontakt
Klinikum Potsdam NEIN NEIN JA Charlottenstr. 72
14467 Potsdam
Tel. +49 331 2413 5918 und 5915
Sana Klinikum Lichtenberg NEIN NEIN JA Fanningerstr. 32
10365 Berlin
Tel. +49 30 5518 5272
Klinikum Brandenburg NEIN NEIN JA Hochstraße 29
14770 Brandenburg an der Havel
Tel. +49 3381 411800 und 411800
Klinikum Frankfurt (Oder) NEIN NEIN JA Müllroser Chausse 7
15236 Frankfurt (Oder)
Tel. +49 335 5482861
CTK Cottbus JA JA JA Thiemstrasse 111
03048 Cottbus
Tel. +49 355 462336

Abrechnung der Screeninguntersuchung

Das Neugeborenenscreening zur Früherkennung angeborener Hormon- und Stoffwechselstörungen ist seit Inkrafttreten der Kinder-Richtlinie für privat und gesetzlich versicherte Neugeborene Kassenleistung. 

Abrechnung bei Abnahme in der Klinik

Gesetzlich krankenversicherten Patientinnen

Erfolgt die Abnahme beim gesunden Neugeborenen in der Geburtsklinik, übernimmt die gesetzliche Kasse der Mutter die Kosten des Screenings. Die Kosten werden vom Screeninglabor direkt mit der Klinik abgerechnet. Auch wenn das Kind als Patient selber in der Klinik behandelt wird, rechnet das Labor direkt mit der Klinik ab.

Privat versicherte und beihilfeberechtigten Patientinnen

Dies ist die Screeningkarte ( Filterpapierkarte / Guthriekarte ) von der Vorderseite.
Beispiel Vorderseite der Screeningkarte

Die privat versicherte Kindesmutter muss auf der Vorderseite der Testkarte unterschreiben.

Privatpatienten/Wahlleistungspatienten mit Wahlleistung erhalten eine Rechnung für die Einzelpositionen nach der Gebührenordnung für Ärzte.

Sollte die privat versicherte Mutter bei Vertragsabschluss in der Entbindungsklinik nur den Versicherungsschutz der allgemeinem Pflegklasse gewählt haben, wird ebenfalls eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte  an die Mutter gestellt. Hier besteht leider keine einheitliche Interpretation der Rechtslage zwischen der Charité und den beihilfestellen der Länder Berlin und Brandenburg:

Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Hannover aus 2010 (VG Hannover AZ 13 A 2895/10 -  http://openjur.de/u/326066.html ) ist nur die Probenentnahme, nicht jedoch das Neugeborenen-Screening als Gesundheitsvorsorge am Kind (welches nicht als Patient sondern als Begleitung der Mutter im Krankenhaus versorgt wird) Bestandteil der allgemeinen Krankenhausleistungen bei stationärer Entbindung. Dieser Rechtsauffassung hat sich das Neugeborenen-Screening-Zentrum angeschlossen und daher erfolgt eine Rechnungslegung an die Mutter.

Die Beihilfestellen der Länder Berlin und Brandenburg vertreten weiter die Auffassung, dass diese Leistungen zu den allgemeinen Krankenhausleistungen der Mutter gehören und daher aus der Fallpauschale mit den Kliniken abzurechnen sind. Daher werden die Kosten für das Neugeborenen-Screening zwar von vielen Privatkassen, aber nicht von der Beihilfe der beiden Länder übernommen. Bis zu einer gerichtlichen Klärung empfehlen wir betroffenen Eltern den Erstattungsanspruch aufrecht zu halten.

Diese Information erhalten die Eltern mit der Rechnung.

Abrechnung bei ambulanter Abnahme

Ambulante Abnahme

Für gesetzlich versicherte Patienten wird für jede ambulante/belegärztliche Blutentnahme ein Abrechnungsschein für Laboratoriumsuntersuchungen  (Muster 10) benötigt. Erforderliche Angaben sind:

  1. zuständige Krankenkasse mit Kassennummer,
  2. vollständige Adresse, Vor – und Zuname
  3. Geburtsdatum
  4. Name und Versichertennummer des Kindes (wenn schon vorhanden), alternativ: Versichertennummer des Hauptversicherten. Bitte unbedingt klären, ob das Neugeborene über den Vater oder über die Mutter mitversichert wird.


Der Auftrag auf dem Überweisungsschein lautet:"Neugeborenenscreening".
Anzukreuzen ist das Fach "präventiv".

Bei Kontrolleinsendungen sind die notwendigen Untersuchungen spezifiziert aufzuführen, anzukreuzen ist "kurativ." Regelmäßige Blutspiegelkontrollen, z. B. bei der Betreuung eines PKU-Kindes, sind kurative Leistungen. Sie belasten das Laborbudget der Praxis nicht, wenn zusätzlich die Kennziffer 32017 angegeben wird.

Bei Abnahme nach dem 28. Lebenstag ist unsere Leistung laut EBM nicht mehr abrechenbar.
Natürlich können Sie die Blutproben auch nach diesem Zeitraum an uns senden.
Wir werden die Testkarte dann an das Labor Berlin Bereich Endokrinologie und Stoffwechsel weiter leiten.
Der Auftrag auf dem Abrechnungsschein muss dann spezifiziert werden.
Er kann micht mehr Neugeborenenscreening lauten. Anforderungsscheine erhalten Sie über unser Sekretariat.

Screening-ID

Dies ist ein Screening-ID-Dokumentationsbogen.
Beispiel-SC-ID-Dokumentationsbogen

Im Jahr 2010 wurden in Berlin und Brandenburg die Screening-ID-Dokumentationsbögen eingeführt.

Jedes Neugeborene erhält seither einmalig von den Geburtseinrichtungen, Hebammen und Entbindungspflegern mit dem gelben Kinderuntersuchungsheft diesen Dokumentationsbogen (Screening-ID-Bogen) mit einer eindeutigen Screening-Identitätsnummer (eine anonyme zwölfstellige Ziffernfolge mit drei Prüfziffern).

Diese Bögen werden von den Geburtseinrichtungen in die innere Umschlagseite des Gelben Heftes eingeklebt. Die Zuordnung der Screening-ID zum jeweiligen Kind findet also bei der Ausgabe des Bogens (im "Gelben Heft") und durch Aufkleben der Nummer auf der Screening-Karte in der Geburtseinrichtung statt.

Funktionen und Vorteile

Der Screening-ID-Dokumentationsbogen dient der eigenen Dokumentation

  • Auf dem oberen Teil des Bogens dokumentieren Sie die Abnahme des Neugeborenenscreenings sowie die Durchführung des Neugeborenen-Hörscreenings, damit wird der Dokumentationspflicht der Kinder-Richtlinie entsprochen.
  • Im mittleren Teil finden Sie Screening-ID`s für die Screeningkarte, für den Hörscreening-Dokumentationsbogen und zur Verwendung laut Kinderschutzgesetz (KiSchuG).
  • Der Dokumentationsbogen enthält im unteren Teil Dokumentationsaufkleber für ihre Patientenakte, welche die bisher verwendeten Stempel ersetzen und gleichzeitig die Screening-ID in der Geburtseinrichtung dokumentieren.
  • Wenn das Ergebnis des Hörscreenings zum Zeitpunkt der Blutentnahme für das Neugeborenenscreening noch nicht vorliegt, oder Sie das Ergebnis eines Kontrollscreenings melden wollen, steht dafür ein weiterer Aufkleber (Hörscreening-Nachmeldung) zur Verfügung. Dieser kann per Postkarte oder mit einem im Screeninglabor erhältlichen Formular übermittelt werden und erspart ihnen die erneute Übermittlung der Stammdaten des Kindes

Die Screening-ID als Schlüsselziffer bei der Befundübermittlung

Die bisher bei uns mögliche telefonische Befundauskunft war wegen der fehlenden Überprüfung der Berechtigung datenschutzrechtlich problematisch. Mit der Screening-ID haben wir eine Möglichkeit geschaffen, dass sowohl der Einsender als auch die Eltern und der weiterbehandelnde Kinderarzt die Befunde von uns erhalten können, da sie sich durch die Screening-ID des Kindes ausweisen können.

Übermittlung der Screening-ID an das Neugeborenenscreening-Labor

Bei Abnahme des Stoffwechsel-Screenings kleben Sie bitte eine Screening-ID (auch bei Leerkarteneinsendung) in das vorgesehene Feld der Screeningkarte und schicken diese dann wie gewohnt an unser Labor.

Bebilderte Anleitung zum Umgang des Screening-ID-Dokumentationsbogens

Infobrief zur Einführung der Screening-ID im Neugeborenenscreening