Informationen zum Neugeborenenscreening auf Mukoviszidose

Am 18. August 2016 wurde die Neufassung der Kinder-Richtlinie im Bundesanzeiger veröffentlicht. Diese Richtlinie beinhaltet als wesentliche Neuerungen:

  1. die Einführung eines "Neuen Gelben Vorsorgehefts" für die Kinder-Früherkennungsuntersuchungen
  2. die Aufnahme des Neugeborenenscreenings auf Mukoviszidose in das gesetzliche Screening-Panel
  3. eine Zusammenfassung mit Neustrukturierung aller bisherigen Kinder-Richtlinien und Anlagen

Die "Neue Kinder-Richtlinie" tritt zum 1. September 2016 (14 Tage nach Veröffentlichung) in Kraft, damit besteht ab diesem Datum ein Rechtsanspruch für Neugeborene auf ein Neugeborenenscreening auf Mukoviszidose.

Details zu der praktischen Umsetzung für Einsender des Screeninglabor Berlin finden Sie weiter unten:

  • Praktische Hinweise zur Umsetzung

  • Besonderheiten für Hebammen

  • Aktualisierte Dokumente (u.a. Eltern-Flyer, Einverständniserklärung)

 

 

CF-Screening für ambulante abgenommene Proben ab dem 01.02.17 möglich

Der Zulassungsausschuss hat in seiner Sitzung am 10. Januar die Ermächtigung für die Leistung des Mukoviszidosescreenings erteilt.
Damit kann das Screening auf Mukoviscidose ab dem 01.02.17 auch auf Anforderung von niedergelassenen Ärzten (und Hebammen?) erbracht werden.


Bitte fordern Sie dann auf dem Muster 10 sowohl "Neugeborenenscreening", als auch "CF-Screening" an.

Praktische Hinweise für Einsender des Screeninglabors Berlin

Startzeitpunkt

Das Neugeborenenscreening auf Mukoviszidose wird zum 5.9. erstmalig im Labor durchgeführt, da dann die überwiegende Zahl der Karten nach dem 1.9. abgenommen sind.

Übergangsregelung

Leider reichte die Zeit zwischen Veröffentlichung und Inkraftreten nicht aus, um alle Dokumente zu überarbeiten und zu verteilen. Da z.B. die Screeningkarten eine Lieferfrist von 10 - 12 Wochen haben, muss für etwa drei Monate nach Übergangsregelungen vorgegangen werden:

  1. Ohne Verpflichtungserklärung
    Falls sie die mit dem letzten Info-Brief verschickte Verpflichtungserklärung noch nicht an uns zurück geschickt haben, holen sie das bitte schnellstmöglich nach. Bei Einsendern, die uns keine Verpflichtungserklärung übermittelt haben, muss in jedem Fall eine Kopie der Einwilligung beigelegt werden, sonst wird kein CF-Screening durchgeführt.

  2. Mit Verpflichtungserklärung
    Wenn die Verpflichtungserklärung vorliegt, gehen wir - so lange es nicht klarschriftlich anders auf der Karte vermerkt (z.B. 'kein CF-Screening') ist - davon aus, dass eine Einwilligung zum CF-Screening erteilt wurde.  In diesen Fällen wird das CF-Screening durchgeführt. 

  3. CF-Screening abgelehnt
    Wenn die Eltern kein CF-Screening wollen, muss das klarschriftlich auf der Karte vermerkt werden.
     

Versorgung mit aktualisierten Materialien

Unsere für das Mukoviszidosescreening aktualisierten Materialien sind im Druck und gehen Ihnen auf dem üblichen Weg in nächster Zeit zu. Die Produktionszeit für die Screeningkarten beträgt ca. 12 Wochen, bis dahin wird nach der Übergangsregelung verfahren.  Exemplare zur Ansicht und zum selber-ausdrucken können sie unten oder hier herunterladen:

 

 

Arztvorbehalt und durch Hebammen abgenommene Proben

Für das Neugeborenenescreening auf Mukoviszidose wurde der Arztvorbehalt gegenüber dem bisher etablierten Screening deutlich strikter ausgelegt und dementsprechend die Möglichkeiten der Hebammen eingeschränkt. Das begründet sich aus der Tatsache, dass ein Teil der Zielerkrankungen des konventionellen Screenings eine akute Gefährdung für das Neugeborene sein können und daher die Möglichkeit der Hebammenabnahme durch die "Gefahr-im-Verzug"-Situation begründet ist. Diese Bedrohung besteht beim Mukoviszidose-Screening nicht, daher muss hier der Arztvorbehalt streng beachtet werden. Ohne ärztliche Aufklärung kann daher das Mukoviszidose-Screening nicht durchgeführt werden (z.B. reine Hebammen- und Geburtshaus-Entbindungen ohne Arztbeteiligung).

Die Blutentnahme zum Mukoviszidose-Screening ist jedoch auch delegierbar. 
Wenn vor der Entnahme eine Aufklärung durch einen Arzt erfolgt ist, kann die Hebamme das Mukoviszidosescreening mit abnehmen, um eine zweite Blutentnahme zu vermeiden:

♦  wenn Eltern vor der Entbindung die Einwilligung beim Kinder- oder Frauenarzt abgegeben haben, 

♦  wenn im Rahmen einer ambulanten Entbindung kein Screening abgenommen wird, kann dennoch in der Klinik die Aufklärung durch einen Arzt erfolgen. In diesem Fall muss eine Kopie der ärztlich unterschriebenen (und gestempelten) Einverständniserklärung, mit der durch die Hebamme abgenommenen Probe ins Labor geschickt werden. Dies ist die Voraussetzung für die Durchführung des CF-Screenings.

 

 

Neugeborenen-Screening-Zentrum

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Hörscreening-Zentrum

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Mehrsprachige Übersetzungen

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